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MUSIK IM KRANKENHAUS

Das Projekt "musik im krankenhaus" geht jetzt bald in das 11. Halbjahr. In Zusammenarbeit mit der Ökumenischen Krankenhaushilfe des Heidekreis-Klinikums Soltau findet seit September 2007 jeden dritten Donnerstag im Monat ein ca. 30-minütiges kleines Konzert im Andachtsraum des Heidekreisklinikums statt. Die Konzerte sind immer von 19.30 Uhr bis 20.00 Uhr. Wir nehmen keinen Eintritt, und die Konzerte sind offen für alle Interessierten.

Für Donnerstag, den 24. Mai 2012, haben sich "The Briar And The Rose" - das sind Nora und Gerd Röders aus Soltau - angekündigt mit einem Ella Fitzgerald und Louis Armstrong Programm. Diesmal mit special guest Martin Rink an der Gitarre.
Das Programm für das gesamte Halbjahr finden Sie hier.


MUSIKTHERAPIE IN DER NEONATOLOGIE
durch die Stimulation mit der Mutterstimme

Schon im Mutterleib, ungefähr ab der  18. SSW. hört das Kind. Es hört die Körpergeräusche der Mutter  (Herz - Kreislauftätigkeit, Darmgeräusche, Atem),  außerdem hört es  über den Knochenbau ihre Stimme und nimmt sie über das Fruchtwasser wahr (also auch über die Haut)  Die Konstanz der Geräusche im Mutterleib vermitteln ein Gefühl von Geborgenheit und Schutz.  Die Konstanz der Klänge im Mutterleib und die Verbindung des Gehörten zum limbischen System erklären die hohe emotionale Bedeutung der Klangwelt im Mutterleib. Durch eine Frühgeburt wird diese Klangwelt zu früh verlassen und durch die Geräuschwelt einer Intensivstation ersetzt.
Die Mutterstimme wird nach der Geburt durch das Kind sofort wiedererkannt. Sie bildet die Grundlage der Beziehung zwischen Mutter und Kind und sichert die Kontinuität vom vor- zum nachgeburtlichen Erleben. Für Frühgeborene ist sie Ersatz und Symbol für die Beziehung zur Mutter.

In der Regel nutzen Mütter die Möglichkeit intuitiv, über die Stimme Kontakt zum Kind aufzunehmen. Oft – und besonders nach einer Frühgeburt - sind sie jedoch nicht in der Lage dazu. Nach einer Frühgeburt leiden die Mütter oft unter  Gefühlen von Angst, Trauer, Versagen, Schuld, körperlich erlebter Leere und Kränkung. Die Gegebenheiten einer Frühgeborenen-Intensivstation (Kind liegt „abgeschlossen“ und verkabelt im Inkubator, ständige Anwesenheit anderer, Alarmpiepen der Monitore, Hektik, Notfälle) erschweren die Kontaktaufnahme zusätzlich.  
In der sog. auditiven Stimulation durch die Mutterstimme werden:

    1. die Beruhigung, Entspannung und Stressminderung des frühgeborenen Säuglings,
    2. der Anstieg des Sauerstoffpartialdrucks, kürzere Beatmungszeiten, ein geregelterer
        Schlaf-Wach-Rhythmus und schnellere Gewichtszunahme
    3. das Herstellen der Beziehung zur Mutter und die Förderung der Mutter-Kind-
        Beziehung und
    4. die Unterstützung der Mutter

angestrebt. Dazu nimmt die Mutter mit Unterstützung der Musiktherapeutin ein Band mit ihrer Stimme auf.
Die Mutter tut damit etwas wichtiges und durch ihre Stimme einzigartiges für ihr Kind und bekommt dadurch mehr Sicherheit im Umgang mit dem Kind. Die Erfahrung, dass ihr Kind auf die Mutterstimme reagiert, erleichtert es der Mutter, in dieser schwierigen und angespannten Situation eine Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen.